Pläne für ein Sozialkaufhaus

Anläßlich des Besuches von Norbert Römer, MdL und SPD-Fraktionsvorsitzendem im Landtag (3. v. r.), und Dagmar Andres MdL (2. v. r.) vor einigen Tagen in unserer Kleiderkammer erschien heute folgender Artikel im Rhein-Erft-Teil des Kölner Stadtanzeigers.

„Pläne für ein Sozialkaufhaus

KLEIDERKAMMER Die Ehrenamtler möchten das Angebot ausweiten

VON BRITTA HAVLICEK

Brühl. Die Kartons und Körbe in den Regalen sind gefüllt mit Kleidungsstücken, Schuhen und Accessoires. Die Ehrenamtler haben sie sortiert und eingeräumt – mit viel Freude und Hingabe. Denn das Team der Kleiderkammer des „Refugees Welcome“-Netzwerks in Brühl ist mit ungebrochener Begeisterung bei der Sache.

In Eigenregie hat es die Räume der Martin-Luther-Schule hergerichtet, in der sie einen Teil der gespendeten Kleidungsstücke, Spielzeug, Schulsachen und Alltagsgegenstände für ihre Kunden ausstellen. Einen großen Teil mussten sie in einer Garage im Gewerbegebiet Nord deponieren, weil der Platz in der Grundschule nicht ausreicht.

„Wir platzen aus allen Nähten“, berichtet Organisator Gerhard Münch, der gemeinsam mit Susanne Breuer die Kleiderkammer leitet. Die Spendenbereitschaft der Brühler seit der Flüchtlingswelle im Herbst vergangenen Jahres ist groß. Die Nachfrage bei hilfsbedürftigen Menschen ist ebenfalls ungebrochen. Deshalb möchten die ehrenamtlichen Helfer ihr Angebot weiter ausbauen. „Wir möchten ein Sozialkaufhaus einrichten“, berichtet Susanne Breuer. „Leider fehlen uns die Kapazitäten.“ Das Team liebäugelt mit frei stehenden Gewerberäumen in der Innenstadt. „Aber die können wir uns nicht leisten,“ sagt Gerhard Münch. Es habe von der Stadt bislang zwei Versuche gegeben, der Kleiderkammer neue Räume zu organisieren. Münch: „Aber da ist nichts draus geworden. Leider.“

Brühler hilfsbereit

Der Bedarf für ein Sozialkaufhaus ist da. Davon sind die Helfer der Kleiderkammer überzeugt. „Die Spendenbereitschaft und die tatkräftige Unterstützung der Brühler zeigt, dass viele Leute Hilfsbedürftige unterstützen möchten“, erklärt Susanne Breuer. Diese Entwicklung sei offenbar durch die Flüchtlingsbewegung im vergangenen Jahr ausgelöst worden. Doch schnell fanden auch finanzschwache Brühler den Weg zur Kleiderkammer.

In den sozialen Netzwerken posten Münch und Breuer gezielt, was besonders dringend benötigt wird. Breuer: „Wir bekommen ganz schnell positives Feedback. Beispielsweise wurde einmal eine Mikrowelle benötigt. Die Zusage für das Gerät hatten wir in wenigen Minuten.“ Das geplante Sozialkaufhaus soll für alle Menschen zugänglich sein, die Unterstützung benötigen. Sie sollen dort preisgünstig Kleidung, Einrichtungsgegenstände, Spielzeug und Alltagsdinge kaufen können. Von der erfolgreichen Entwicklung einer Spontan-Kleidersammelstelle für Flüchtlinge zu einer funktionierenden Kleiderkammer für jedermann überzeugte sich jetzt der SPD-Fraktionschef im Landtag, Norbert Römer. Die Kleiderkammer des „Refugees Welcome“-Netzwerks in Brühl beteiligt sich an der Fortschreibung des Integrationsprogramms, indem die Mitarbeiter von ihren Erfahrungen berichten und den Kontakten mit den Kunden. „Bei uns geht der Kontakt über die Kleidungsbeschaffung hinaus“, sagt Gerhard Münch. „Die Kleiderkammer ist zu einer Begegnungsstätte geworden, wo sich Brühler gemeinsam mit Flüchtlingen engagieren.“

Jetzt organisieren die Ehrenamtler neben Ausflügen und Spielangeboten auf Festen und Märkten zusätzlich Nähkurse und Sprachangebote, die in den Räumen der evangelischen Andreas-Kirche in Vochem stattfinden sollen. SPD-Landtagsabgeordnete Dagmar Andres versprach den Helfern, es werde an einer Lösung für das Platzproblem gearbeitet.

Für jeden Bedürftigen

Seit September 2015 ist die Kleiderkammer – eine Initiative der Facebook-Gruppe „Achtet auf Brühl“ in der Martin-Luther-Schule untergebracht. Anfänglich ging es den Ehrenamtlern um die Einkleidung der Flüchtlinge in den Erstannahmestellen.

Mittlerweile kann jeder Bedürftige kommen. Aktuelle Informationen gibt es im Internet. (hc)

http://www.kleiderkammerbruehl.wordpress.com“

Zwei kleine Anmerkungen: Es geht um den Integrationsplan der Landesregierung. Und wir haben von Anfang an auch Bedürftige unterstützt, die zu uns kamen oder auf die wir über unser weitvezweigtes Netzwerk aufmerksam gemacht wurden, weil wir vemeiden wollten, dass Bedürftigkeiten gegeneinander ausgespielt werden.
Wer Hilfe braucht, bekommt sie! Soweit wir sie leisten können.

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